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Monochrome Metaphysik

Jeder Gedanke war im Anfang ein Bild. Rem tene, verba sequentur, lehrten die Philosophen der Antike: „Halte die Sachen fest, dann werden die Worte folgen“. Der Hamburger Fotograf Jacques Schumacher hat diesen Ratschlag beherzigt - auf einer Fotografie, der er den Titel „Reste der Erinnerung“ gegeben hat. Zu sehen ist darauf zunächst kaum mehr als Trödel, Gerümpel und alter Flohmarkt-Nippes. Möglich, dass sich darunter Andenken und abgelegte Erinnerungsstücke befinden.

Geschichtet jedenfalls ist das Ganze wie die berühmten Stadtmusikanten zu Bremen: Ganz unten erblickt man einen zoomorphen Roboter, darüber steht ein weißes Gießgefäß und über allem thront eine kleine Plastikpuppe. Dieses ganze Ensemble hat Schumacher gut sichtbar in einen alten Pappkarton drapiert. Und zuletzt - kaum merklich im Schatten - hat er davor noch einen verrosteten NS-Parteiadler aus den düstersten Zeiten der Geschichte gestellt. Es ist Plunder aus der Vergangenheit - perfekt komponiert und fotografisch festgefroren.

Anzunehmen ist, dass die oben zitierten Philosophen ihre Freude an Schumachers „Erinnerungsresten“ gehabt hätten. Die von ihnen geforderten „Sachen“ nämlich sind hier sehr übersichtlich festgehalten. Allein - die Worte wollen nicht folgen. Etwas scheint zu fehlen bei dieser Gedächtnisskulptur. Es ist, als klaffte irgendwo eine logische Lücke. Und diese scheint etwas Typisches zu sein auf vielen Fotografien des 1933 im niederländischen Buitenpost geborenen Jacques Schumacher. Seit nunmehr dreizehn Jahren arbeitet dieser an einer Serie, der er den hintersinnigen Titel „Metaphysische Bilder“ an die Seite gestellt hat. Die „Reste der Erinnerung“ sind eines davon. Zusammengenommen sollen sie „von der Seele der Dinge erzählen“ - so will es zumindest ihr fotografischer Urheber.

Mit Sprache allein ist diesen „Metaphysischen Bildern“ nicht beizukommen. Was sollte man schließlich auch sagen in Anbetracht von bandagierten Sitzmöbeln („Gefesselter Stuhl“, 1994), von fliegender Brotlaiben („Marc Lüders“ 2004) oder merkwürdig getürmten Pappkartons („Louis Karton“ 1999). Überhaupt - diese Kartons. Sie scheinen einen besonderen Stellenwert im Werk Jacques Schumachers zu haben. Auf den meist monochromen Arbeiten dieser Serie findet man sie zuhauf. Mal dienen sie als geometrischer Hintergrund, mal erscheinen sie als eigenständige Figurationen. Auf manchen Bildern sind sie beschriftet, auf anderen blank und abgewetzt. Immer aber sehen sie aus, als würden sie in sich eine Metapher bergen; eine Bedeutung, die sie indes vergessen oder vielleicht selbst auch nie gekannt haben.

Ungewöhnlich ist ein solcher fotografischer Fetisch jedenfalls nicht. Der eine fotografiert Industrieanlagen, ein anderer hat Vorlieben für Motoren und Autos. Von dem amerikanischen Avantgarde-Fotografen Paul Outerbridge wird berichtet, er habe in seinem Leben rund 4.000 Fotografien von Eiern gemacht. So gesehen sind Pappkartons eine wohl eher harmlose Liebe - zumal Schumacher um das Faible seines 1958 verstorbenen Kollegen zu wissen scheint. Auf seiner Arbeit „Das Kemmsche Bild“ taucht eine von Outerbridges bekanntesten Eier-Fotografien, „Triumph of the Egg“ (1932), als unverhohlenes Zitat auf: Und auch andere Anleihen aus der Geschichte der Kunst lassen sich auf diesen mit klarer Handschrift gestalteten Bildern finden. Mal etwa zitieren sie die skulpturalen Ideen eines Man Ray, mal spielen sie mit den abstrakten Suprematismen Kasimir Malewitschs.

All dies geschieht bei Jacques Schumacher sehr bewusst. So wie er die eingangs erwähnten „Reste der Erinnerung“ zu einer neuen spielerischen Figur verdichtet hat, so bedient er sich auch frei am Fundus der Kunst. Auch dessen Elemente baut er zu neuen Anordnungen und grafisch anmutenden Gefügen zusammen. Am aller stärksten sind seine „Metaphysische Bilder“ daher dort, wo sie beide Elemente in sich vereinen - wo sich das Vorgegebene mit dem Fantastischen kreuzt. Dort kann es zu den wunderlichsten Erscheinungen kommen: Plötzlich sieht man Säugetiere, die aus Vogeleiern schlüpfen („Wolpertinger“, 2008) oder Frauenbeine, die aus Hirschgeweihen zu erwachsen scheinen („Bambi“, 2003). Es ist der Sieg des Surrealen. Sinn wird hier zu Sinnlichkeit. Bekanntes wird zu Unbekanntem. Plötzlich können Dinge in unerwartete Beziehungen zueinander treten und Realitäten zu unerforschten Symbiosen verdichtet werden.

In einer Wirklichkeit, in der einst Vernunft und Logos herrschten, obsiegen nun Irrwitz und Absurdität. Kunst; so schrieb schon Pablo Picasso, sei keine Wahrheit. „Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt“. In diesem Sinne sind auch Schumachers „Metaphysische Bilder“ große Lügen. Nichts, was auf ihnen gezeigt würde, wäre je mit dem Verstand vereinbar. Alles ist Poesie, Imagination und freies Spiel. Gezeigt wird hier die Wahrheit der Kunst selber. Eine Wahrheit, die sich immer wieder neu zusammensetzt; die offen ist und frei mit den Elementen spielt. Oft existiert sie nur für einen kurzen Moment. Sie ist so flüchtig und unhaltbar, wie es die meisten der hier gezeigten Konstruktionen auch sind. Sie ist die Wahrheit der Bilder und die Wahrheit der Träume. Sie ist hintersinnig, weil sie die sinnhaften Vordergründe beiseite schiebt. Auf diese Weise wird sie zu einem Hinterhalt der Wirklichkeit.- ursprünglich und vorsprachlich. In einem Wort: Sie wird Metaphysik.

Ralf Hanselle Nov. 2009


power-shots

Jacques Schumacher steht, wenn man sich eine Ranking-List der besten Fotografen vorstellt, dort, wo die creative Spitze zu sehen ist. Diese Wertschätzung basiert auf vielen wohlbegründeten Eigenschaften. Natürlich ist Schumacher ein Professional durch und durch.

Selbstverständlich verfügt er über die gestalterische und technische Sicherheit, die nur durch Erfahrung zu gewinnen ist. Doch im Kern entwickelt sich seine sensible Gestaltungskraft an einer ganz außerge- wöhnlichen und - trotz jahrzehntelanger Praxis - völlig unabgenutzen Neugier sowie einem stets wachen Interesse für die Dinge - auch und gerade im Blick auf die scheinbar unscheinbaren.

Jacques Schumacher lebt und arbeitet als Fotodesigner in Hamburg. Er ist ein Universalist, der Fotografien macht, die von Kunstsammlern begehrt werden. Andererseits beweist er immer wieder seine Kompetenz für die visuelle Gestaltung außergewöhnlicher Werbeauftritte.

Designers Digest, Nr. 73


Erotik Birne

Jacques Schumacher zählt zu den bekanntesten Werbe- und Zeitschriftenfotografen Deutschlands. Mitten in der Produktion einer Kampagne für Unterwäsche entwickelte sich zwischen der Art Directorin und dem Fotografen eine Diskussion darüber, ob sich tatsächlich alle Gegenstände erotisch fotografieren lassen. Schumacher ist Spezialist für Frauenthemen und sanfte Erotik. “Alles ist eine Frage des neuen Sehens”, meinte er, “vertraute Gegenstände neu zu erfassen und in neue Zusammenhänge zu stellen macht die Fähigkeit des Fotografen aus. Ob Haarfön, Auto oder Herrenunterhose. Wir haben das dann an einer Birne ausprobiert.” Wie Sie sehen, hat Schumacher die Wette gewonnen: Erotik zum (gefahrlosen) Anbeissen mit einem reizvollen Texturvergleich. Vor allem aber bleibt solche Suche nach neuen Formen keineswegs Profis überlassen. Zumal, wenn man mit Schwarzweissfilm fotografiert. Dann lässt sich auch mit einfachen Leuchten raffiniertes Licht erzeugen.

fotoMAGAZIN , 4/93


Zum Titelbild - Der Fotodesigner und sein Model

Susanna Junker fotografiert von Jacques Schumacher Jacques Schumacher hat das feeling für Bilder von heute mit dem “touch of tomorrow”. Wenn er sagt, das ist ein Mädchen mit einem neuen Gesicht, dann hat diese Aussage Gewicht. Definieren lässt sich die Qualität, um die es hier geht nur sehr schwer. “Das kann man nur erspüren”, meint Schumacher. In Sachen Trends hat er seine Weitsicht schon so oft bewiesen. Man kann in der Fotografie viel mit dem Kopf machen, aber eben längst nicht alles. Vieles, was das Bessere vom Guten unterscheidet, kommt “aus dem Bauch” heraus, ist Schumachers Philosophie. Susanna Junker - in Deutschland von Louisa Models betreut - verkörpert einen Frauen-Typ, bei dem die Spannung zwischen Intellekt und Emotion zum Schwingen kommt.

Fotodesign + Technik, Nr. 28


Die Blauen Bilder des Jacques Schumacher

Jacques Schumacher ist einer der Trendsetter der deutschen Fotografie. Seine Themenpalette, verblüffend opulent ausgestattet, reicht von Mode und Beauty, Zeitschriften bis hin zur Werbefotografie, die er mit seinen faszinierenden Kreationen in klarer Handschrift formuliert. Diese souveräne Arbeitsweise bringt ihm Aufträge von Topadressen aus Industrie und Wirtschaft aber auch von einem der bedeutendsten Podium der Fotografie: dem Stern. Wie so vieles im Leben des Jacques Schumacher entstand die Idee zu den “blauen Bildern” fast von selbst. Was hier etwas zufällig klingt, beinhaltet für Schumachers Fotografie eine Besonderheit. Er konzipiert seine Werke selten in langer Planung, sondern fängt möglichst ohne beengendes Korsett an zu arbeiten. Er will sich den überraschenden Einfall, die kreativen Reaktionen auf unterschiedlichste Momente bewahren. “Heute”, sagt er, “kommen viele Fotografen wegen der Ausarbeitung von Konzepten gar nicht mehr zum Fotografieren und vielen von ihnen scheint das Konzept die eigentliche Kunst zu sein - auf der permanenten Suche nach Nähe zu den vorherrschenden Regeln des Kunstbetriebs.”

Jacques Schumacher muss reagieren können, spontan, aus dem Moment heraus, aus der schnellen Idee, die er allerdings wie kaum ein anderer in gestaltete Form zu bringen weiß. Jacques Bilder besitzen keinerlei Formalismus, beinhalten oft etwas, das in der Fotografie fast verloren gegangen zu sein scheint: kritischen Humor. Ein bekanntes Herrenmagazin bat ihn einmal, Testaufnahmen von Frauen zu machen, die sich für Aktaufnahmen beworben hatten. Jacques empfing sie also in seinem wunderbaren Studio, einer Mischung aus großbürgerlichem Ambiente und Arbeitsplatz an Hamburgs Außenalster.

Aus diesen “Testaufnahmen” entwickelten sich die “Blauen Bilder” mit Fotos von Frauen, von denen nur wenige Modelle waren, daher keinem momentanten Geschmack entsprachen. Jacques fand Mädchen, die eine eigenartige körperliche Schönheit besitzen und diese auch gerne zeigen. Frauen, sagt er, werden für ihn im Gesicht meist schöner, wenn sie ihre Kleidung ablegen und sich so sehr auf ihren Körper konzentrieren, dass sie die Kontrolle über ihr Gesicht verlieren. Und hier entdeckt sich auch eines der Geheimnisse des bekannten Fotografen. Sein Umgang mit den Frauen ist liebenswürdig. Er zwingt sie nicht, Positionen einzunehmen, die sie nicht mögen, er fordert sie auf, sich selbst dazustellen, mit den vorhandenen Requisiten zu spielen, das Bild aus sich heraus zu stellen. Die meisten Mädchen nahmen bei der blauen Serie ohne Regieanweisungen jene Pose an, die ihrer Idealvorstellung entsprach. Auch unklare Anweisungen können sehr inspirierend sein. Missverständnisse führen dabei oft zu ganz neuen Bildern, die so gar nicht zu planen sind.

Diese Arbeitsweise ist der Schlüssel zum Erfolg des Jacques Schumacher. Viele Fotografen sind in ihren Entscheidungen bei Aktfotografie zu festgelegt. Sie lehnen sich an bestehende Klischees an, fotografieren unkritisch verschiedenen Trends nach, verlieren dabei jegliche individuelle Kreativität. Solche Fotos wirken hölzern, schlimmer noch, sie sind alle irgendwie schon einmal gesehen. “Wichtig ist”, sagt Jacques Schumacher immer wieder vor allem jungen Fotografen, “dass man Risiken eingeht. Auch auf die Gefahr hin zu scheitern und dass vielleicht sogar Leute über einen lachen. Wer erst einmal anfängt, wird überrascht sein, wieviele Einfälle er hat. Kreativität ist immer verbunden mit Mut und Wagnis.” Bei den blauen Bildern strebt Jacques Schumacher nach eigenen Worten eine Erotik an, die nicht eindeutig, sondern vieldeutig ist. Die Fotos sollen Assoziationen in den Köpfen der Betrachter auslösen. Für solche Auseinandersetzungen ist die Verbindung von architektonischen und menschlichen Formen besonders geeignet. Und so stellt er beides in formalen Bezug zueinander. Ihm ist viel daran gelegen, die Mädchen auf den Fotos den Betrachtern nicht wirklich auszuliefern, auf jeden Fall nicht mehr, als die Mädchen das selbst wollen.

Die blaue Farbe bringt dabei noch die erwünscht zusätzliche Distanz. Jacques lässt seine Models Positionen nicht lange halten. Er weiß, dass sie dabei schnell ermüden und als Folge dann oft die Lust verlieren.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass bei allen Fotos für die blaue Serie immer weniger als 15 Minuten für Vorbereitung und Fotografie nötig waren. Jacques Schumacher studierte Grafik und Design in Bielefeld, wodurch er sich jahrelang intensiv mit Grafik befasste. Diese Ausbildung sollte ihn später bei seinen Fotografien oft leiten. Er hat in seinem Kopf viele grafische Eingebungen und Bildideen gespeichert, die er spontan während seiner Produktionen für seine faszinierenden Kompositionen abzurufen versteht. Darauf und auf die einzelnen Bilder wollen wir jetzt noch intensiver eingehen und sie analysieren.

1- Das Mädchen auf dem Tisch wirkt sehr locker in dieser Position. Es kontrastiert die recht grafischen Elemente von Tisch und Stuhl durch eine betont bewegte Körperhaltung, die irgendwie lustig wirkt. Die diagonal verlaufenden Bodenbretter sind durch die Wand im Hintergrund begrenzt. Die Wand, in interessante Licht-Schatten- Situation unterteilt, wird wiederum gekontert durch eine Stuckleiste, die am oberen Rand des Bildes verläuft. Auf diese scheint das Mädchen zu blicken. Die strenge Ordnung, die im Bild herrscht, wird ebenso durch die Pose des Mädchens, wie auch durch den Stuhl, der aus der Bildmitte in Richtung rechten Bildhintergrund weist, durchbrochen. Resultat ist ausgewogene Harmonie bei interessanter räumlicher Spannung.

2- Ein Fenster, eine Wand, Fliesenboden und ein angeschnittener Mädchenkörper sind Zutaten dieses faszinierenden Fotos. Doch wie mischt der Fotograf diese Zutaten in Licht und Schatten? Die linke Bildhälfte verläuft in dunklem Schwarz, nur unterbrochen durch das überstrahlende Licht vom Fenster. Dieses Licht verhindert auch, dass eine mittelachsige Unterteilung des Bildes in eine dunkle und eine helle Hälfte erfolgt, die eindeutig formal langweiliger wäre. Vom Mädchenkörper sehen wir nur Brust, Po und Beine. Dieser Anschnitt schafft eine extreme formale Spannung, macht zusätzlich auch neugierig. 3- Derselbe Raum, dasselbe Mädchen in Netzstrümpfen und hochhackigen Schuhen, aber ein ganz anderes Licht und als weiteres Accessoire, ein elektrischer Lamellenheizkörper. Zusätzliches Licht auf den Radiator macht den Raum wesentlich heller als im vorherigen Bild. Im Hintergrund schafft der helle vertikale Lichtstreifen eine Art Mittelachse, von der aus Mädchenkörper und Heizkörper sich spannungsvoll über die Fläche verteilen. Räumliche Elemente, das Spiel von Licht und Schatten, die Lamellen des Heizkörpers, das extreme Posieren und die Körperform des Models kontrastieren und erhöhen die formale Spannung.

4- Leicht und heiter wirkt das Foto vom Mädchen, das mit einem stoffbedeckten Kubus posiert. Auch bei diesem Foto genügen Jacques Schumacher nur wenige, recht grafische Zutaten. Im Hintergrund gibt es Rhythmus aus gleichgroßen Quadraten Räumlichkeit wird durch die Wand links und den spannungsvoll in den rechten Bildteil verlagerten Kubus erzielt. Kubus und Wandelemente werden durch das graziöse Posing des jungen Mädchens miteinander verbunden. Auch hier, wie in vielen Fotos von Jacques Schumacher, steht das Mädchen wie ein locker geschriebenes Signet in der Räumlichkeit.

5- Die Strümpfe zerrissen dem Mädchen beim Umziehen. Schumacher reagierte sofort und setzte diese Tatsache in einer neuen Komposition um. Der Mädchenkörper durchquert den Bildausschnitt wie im Zickzack. Die ausgeprägten Brüste ergeben spannungsvolle Kontrapunkte zu den angewinkelten Beinen mit der Laufmasche. Der Po berührt den Untergrund nur leicht. Der Bildhintergrund besteht aus glitzernder Folie, in der sich die Lichter brechen. Im Bildvordergrund ist die gezackte Fliesenlinie wichtig, die die weisse Untergrundfläche begrenzt. Nach oben hin unterbricht eine weitere horizontale Fläche und nicht etwa der Bildrand, wie bei vielen anderen Fotografen zu beobachten, die Rundungen der Knie, was dem Foto maximale Spannung verleiht.

6- Geheimnisvoll im harten Gegenlicht des Fensters wirkt der Akt mit Gardine. Auch hier sind die Zutaten eher schlicht. Raffiniert unterteilt und verdeckt die Gardine die Nacktheit des Mädchens. Wieder arbeitet Jacques Schumacher mit einer Mittelachse und einer Symmetrie, die eigentlich nur durch die Unterschiedlichkeit der Handpositionen unterbrochen wird. Um die Symmetrie etwas zu lockern und die Wand zu beleben, setzt er einen Spot darauf, der einen Lichtstreifen provoziert, sodass das rechte Bein des Mädchens und die Gardine aufgehellt werden.

7- Sehr grafisch ist der Ansatz im Foto von Pyramide und schöner Frau auf vertikal gegliederter Platte. Allein schon die senkrechten Linien der Platte ergeben einen großzügigen, formalen Kontrast zur abgebildeten Frau, die aus der Mittelachse heraus nach rechts versetzt ist. Außerdem blickt das Model nach rechts, was natürlich heftige Schwere dieses Bildteils bedeutet. Die so entstandene einseitige Gewichtung kompensiert Schumacher durch die in den linken Bildteil eingebaute weisse Pyramide. Da ihm das formal noch nicht reicht, platziert er zusätzlich das überstrahlte Rechteck als weiteres Gegengewicht zur Körperposition der sich aufstützenden Frau.
8- Opulent spielt der Fotograf mit Raumsituation und Model. Im Hintergrund überstrahlt Fensterlicht die Gardinen bei zum Teil noch angedeuteter Durchzeichnung. Im Vordergrund gibt es wieder den Kontrast von eckigem Gegenstand und Rundungen des Körpers. Gerichtetes Licht hellt nur den Po des Models auf. Brust, Beine und Gesicht bleiben in schattiger Anonymität.

9- Stoff, mit vielen Falten über einen Sessel ausgebreitet, ist die Staffage für das Foto vom Mädchen, das sich zusammengerollt zu verstecken scheint. Alle Formen in diesem Bild sind abgerundet, besitzen weiche Zartheit, bis auf die Stilettschuhe an den Füßen des Mädchens, die sich bizarr abheben. Auch hier gibt es wieder die für Jacques Schumachers Bilder typische sehr lebendige Position der Beine. Nichts lenkt vom Sessel mit seiner zarten Last ab. Die Struktur des Vordergrunds hat einen Verlauf bis hin zum dunkler gehaltenen Hintergrund des Fotos.

10- Ein mit Stoff verhülltes Sofa und darauf von links oben fallender Gardinenstoff, sind die Requisiten für dieses heiter wirkende Foto. Darauf liegt in angedeuteter Diagonale ein Mädchen dessen Oberkörper im offenen Spalt des Gardinenstoffs verschwindet. Ganz knapp zeigt Schumacher den Akt, schneidet den Körper an, belässt ihn anonym für den Blick des Betrachters. Doch was für ein Spiel mit den langen Beinen, bei dem auch das geringste Detail wie zum Beispiel die angewinkelten Zehen des rechten Beines wichtig wird, um Anmut, Zartheit und Eleganz im Foto zu erhalten.

Jacques Schumacher ist ein Zauberer, der, mit scheinbar geringstem Aufwand arbeitend, ganze Welten aus seinem Zylinder zu ziehen vermag. Bei ihm stimmt seine Maxime: Fangen wir einfach an, haben wir aber auch immer den Mut zum Scheitern. Dieses Machen ist ihm die eigentliche Freude an seiner fotografischen Arbeit. Doch all das, was so einfach und selbstverständlich in seinen Bildern wirkt, ist in Wahrheit das besonders Schwierige, nämlich die hohe Schule der Fotografie in unglaublicher Eleganz und Leichtigkeit des Schaffens.

Florian Adler, Schwarzweiss 51 April/Mai 2006


Bilder machen, die nachklingen.

Werbefotografie seit gut dreieinhalb Jahrzehnten:
Photo Presse besuchte Jacques Schumacher / BFF in seinem Atelier in Hamburg.


Unmittelbar in der City der Hansestadt liegen die Schaffensräume des in Utrecht, Holland, geborenen Fotografen. Seit 1962 in Hamburg beheimatet, fühlt er sich wohl in der Hafenstadt. “Gut zweihundert Models diverser Agenturen sind rund um die Uhr verfügbar”, führt Jacques Schumacher die berufsspezifischen Vorteile der nordischen Metropole auf. “Das sind so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland”.

Die Auseinandersetzung mit der Fotografie begleitet Schumacher von klein auf, besaßen seine Eltern doch ein Fotogeschäft in Utrecht. Sein Weg zur “aktiven Fotografie” führte dennoch über Umwege. So studierte Schumacher zunächst Grafik und Design in Bielefeld und ging wenige Jahre nach seinem Diplom für ein Jahr nach Paris. Neben seiner Tätigkeit als Grafiker fotografierte er dort in einer umfunktionierten Garage. Objekt seiner fotografischen Anfänge waren überwiegend Musiker der Stilrichtung Jazz und Klassik. Das geprintete Resultat seiner Arbeit waren einige Schallplattencover. Heute lebt Jacques Schumacher von seiner Arbeit für etwa dreissig Stammkunden. Als bedeutenden Faktor für eine langjährige und zufriedenstellende Zusammenarbeit mit einem Kunden nennt der Fotograf den Faktor Mensch. Ein gutes Verhältnis zwischen zum Beispiel der Kontaktperson in einer Agentur oder aber dem Art-Director und dem Fotografen ist wichtige Grundvoraussetzung. “Nie bin ich den allgemein üblichen Weg mit Portfolio von Agentur zu Agentur gezogen, um neue Kunden zu werben”, berichtet Schumacher. “immer bin ich irgenwie weitergereicht worden”.

Nach seiner Rückkehr aus Paris arbeitete er für das Magazin Für Sie. Hier war er sieben Jahre fester freier Lebensmittelfotograf und fotografierte in den darauffolgenden drei Jahren für den stern. Von 1980 bis 1990 arbeitete er oft für Penthouse und Playboy.

Heute realisiert er für seine Kunden nur selten Einzelbilder. In der Regel ist das Volumen der meisten Aufträge die Umsetzung ganzer Bücher oder Broschüren. “Wenn es gut läuft, fotografiert man auswärts”, umschreibt Schumacher sein hohes Reiseaufkommen. Im Schnitt fotografiert er an gut zwanzig Tagen im Monat.
Verwendet werden alle Formate und sämtliche Filmmaterialien. Bei der Umsetzung seiner Arbeit gehen ihm ein fester Assistent und mehrere freie Teams zur Hand. Nur selten fotografiert er allein. Oftmals sind auch die Kunden an den ersten Tagen der Auftragsarbeit dabei.

Die Zusammenarbeit mit seinen Kunden umschreibt der fotografierende Hanseat als regen Austausch. Zuerst wird der Auftrag definiert. Neben der Regelung der finanziellen und rechtlichen Kriterien steht dann die Erstellung einer Bildsyntax an, die Konkretisierung eines fotografischen Konzeptes.
Es müssen neue Bilder her, Bilder, die interessant wirken und neugierig machen. Dieser kreative Denkprozess ist sicherlich der wichtigste Arbeitsschritt der Auftragserledigung, wobei die perfekte technische Abwicklung doch Grundvoraussetzung ist. Hier sieht Jacques Schumacher seine Stärke. “Die Kunden bezahlten für Bilder, die sie nicht kennen”, führt der Fotograf aus. Als typische Frage an seinen Auftraggeber nennt Schumacher den Satz: “Wie unscharf darf das Bild sein?” Bei der gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Produkt schießen dem Fotografen verschiedene Umsetzungsvarianten durch den Kopf. “Ab und an muss ich realisieren, dass die ein oder andere Vorstellung ein Film und keine fotografische Lösung ist”, resümiert er. “Früher, in meinen Anfängen, habe ich nur so weit gedacht, wie ich es mit der mir zur Verfügung stehenden Ausstattung realisieren konnte. Ich habe den kreativen Prozess mit dieser Einschränkung selber blockiert. Alles kann man irgendwie fotografieren! Wichtig ist, dass man sich nicht schämen darf, sich mit seinem Gedankenbild beim Kunden zu blamieren. Das Gute und Wichtige ist, dass alles eine Reaktion auslößt, auch wenn der ein oder andere Realisationsvorschlag dem Auftraggeber mal als zu gewagt erscheint”.

Bei der Sichtung eines Teils der Arbeiten Jacques Schumachers erhält man einen Einblick in den Umfang seiner Tätigkeiten. Diese reichen von Aufnahmen, deren Besonderheit der Bildsprache aus technischen Kniffen in der Produktion hervorgerufen werden bis zu solchen Darstellungen, die von der Abstraktion oder der bewussten “Falschverwendung” der Gegenstände leben. Fotografien, in denen wie selbstverständlich auf anschauliche Art und Weise eine Tischdecke vom Tisch flattert oder Getränke aus einen Glas zu fliegen scheinen, sind ebenso vertreten wie eine Aufnahme zum Thema Wiener Schnitzel, in dem ein paniertes Besteck auf einem Teller liegt.
Desweiteren gibt es eine Serie von Aufnahmen, die mitunter schlicht als “blaue Bilder” bekannt sind. Die Rede ist von jenen bläulich getönten S/W-Aktaufnahmen, die in einem monochromen Glanz erscheinen. “Gute Bilder setzen sich durch und melden sich immer”, fasst der Fotograf zusammen. “Bei der Sichtung eines realisierten Auftrages ist immer eine größere Anzahl an guten Aufnahmen vorhanden”, so Schumacher.

“Interessanterweise ändert sich allerdings oftmals mit der Zeit die Auswahl der als gut empfundenen Aufnahmen”. Als Grund hierfür ist sicherlich nicht nur der bestehende Zeitgeist oder das Erscheinen und Verschwinden von Trends verantwortlich. In manche Fotografien muss man sich erst “einsehen”, andere wiederum “verstummen” nach kurzer Zeit. Höchstes Ziel Jacques Schumachers kreativen Schaffens ist es, Aufnahmen zu realisieren, die möglichst lange “nachklingen”.

Björn-Eric Kohnen, PhotoPresse 1/2 - 97


Das wahre Blau

Den verheißungsvoll-anziehenden Posituren seiner Modelle setzt der Hamburger Fotograf Jacques Schumacher eine Farbe entgegen - das kühle, ferne Blau. Es bedarf eines hauchseidenen Tuches, eines Filters oder einer raffinierten Beleuchtung - und die begehrenswerten weiblichen Formen entziehen sich dem Beschauer, obwohl sie nicht weniger deutlich zu erkennen sind als unter weißem, klarem Licht. Eine Farbe lässt die verführerischen Akte ins Unerreichbare entrücken. Und verstärkt zugleich die erotische Wirkung. Die blaue Ferne vor der Kamera schafft einen magischen Raum für Phantasien und Sehnsüchte. Denn Blau ist die Farbe, die sich uns entzieht, je näher wir ihr kommen wollen. Die Berge sind blau, solange sie fern sind. Erreichen wir sie, so hat das Blau längst anderen Farben Platz gemacht. Das Wasser, aus dem Meer geschöpft, verliert seine Farbe in dem Augenblick, in dem man glaubt, es fassen zu können. Der Himmel wölbt sich blau und unerreichbar über uns - wenn wir in einem Raumschiff ins Weltall starten könnten, würde sich der strahlende Horizont in eine schwarze Unendlichkeit verwandeln. Im Rückblick erstrahlt die Erde - als blauer Planet. Rot meint Liebe, Leidenschaft, setzt Signale. Blau dagegen hat etwas Unerfüllbares, setzt Visionen und Träume frei, symbolisiert den Rausch, die Utopie. Blau ist leiser als Rot, aber intensiver, nachhaltiger, drängender. Der Hamburger Fotograf Jacques Schumacher hat als gebürtiger Holländer von Kindheit an eine besondere Beziehung zu dieser, wie er meint, besonderen Farbe. Denn Blau ist mehr als eine Farbe, Blau ist eine Philosopie. Seine Philosophie. Und seine Arbeitsmittel: “Die Farbe schafft eine gewisse Distanz und ermöglicht, meinen eigenen fotografischen Anspruch umzusetzen - denn ich liefere die Fotos dem Betrachter nicht mehr aus, als die Mädchen selbst es wollen. Viele der Modelle stehen ja das erste Mal als Akt vor der Kamera und hätten sich eigentlich so nie fotografieren lassen, denn sie besaßen eine natürliche Scheu. Hinter dieser gedachten Farbe bewegen sich diese Frauen viel ungehemmter, sind, wie sie sein wollen und fühlen sich beinahe unbeobachtet.” Der Meister hat für seine Fotos keine modischen Attraktionen gesucht, sondern Mädchen, die ihre eigene Schönheit besitzen. Jacques Schumacher hält es mit dem Maler Franz Marc, der formuliert: “Blau ist das männliche Prinzip”.

Franziska Rodelberg / Magazin


Jacques Schumacher

Blau und nochmals Blau, das nur von einem zartem Rosé unterbrochen wird - beim Eintritt in Schumachers Atelier am Hamburger Schwanenwik findet sich der Besucher in einer blauen Farbenwelt wieder. Der weite Blick über die blaugraue Alster gehört dazu und lässt eine gedankliche Ruhe entstehen. Welcher Fotodesigner legt so viel Wert auf ein ästhetisches Ambiente? Den Aufwand leistet Schumacher sich, schließlich schafft die Kultiviertheit einer Atelieratmosphäre auch ein kreatives Klima für Gespräche mit seinen Kunden. Die ausstrahlende Wärme von Schumachers Persönlichkeit steht in vollem Kontrast zur eigentlichen kalten Farbe Blau. Unterhaltungen mit ihm sind Ausflüge in Phantasieräume auf vielen Ebenen. Und er lässt sich Zeit, da er weiß, dass nur eine gedankliche Annäherung zu einer gemeinsamen Bildersprache führen kann und Missverständnisse weitgehend ausschließt. Jacques Schumacher ist gebürtiger Holländer. Er studierte an der Werkkunstschule Bielefeld, arbeitete in Paris, ging in den sechziger Jahren nach Hamburg. Schnell machte er sich einen internationalen Namen in der Werbe- und Editorialfotografie. Des öfteren wurde ihm ein Lehrstuhl für Fotografie angeboten, den er immer zu Gunsten seiner freien Arbeit ablehnte.

Mit der Erotik ist er durch die jahrelange Zusammenarbeit in der Beautybranche liiert. Trotz vieler Werbeaufträge leistet er sich als Privatvergnügen das Arbeiten im Selbstauftrag. Und was liegt näher, als immer wieder neue Variationen zum Thema Erotik auszuprobieren? Viele seiner blauen Akte sind bereits in die Fotogeschichte eingegangen. “Blau ist die Farbe der Erotik von Intellektuellen”, sagte er einmal. Auch die Models haben Spaß an der inszenierten Aktfotografie und mögen seine einfühlsame Regie. Schumacher fotografiert nicht nur Damen mit Edelmaßen, sondern er versucht auch, korpulente Frauen, die er mit der Schönheit von exotischen Früchten vergleicht, ins Bild zu setzen. Seine heutigen Aktfotos sind mehr Aktbilder; die fotografische Aussage komponiert er grenzüberschreitend mit grafischen Akzenten. Wie er das macht? Für ihn sind es keine Geheimnisse, und bereitwillig gibt er Auskunft. Der manipulierte Zauber passiert in der Dunkelkammer beim Vergrößern. Schumacher experimentiert gern bei der manuellen Entwicklung und benutzt dazu auch Pinseltechniken, so dass eigenartige Strukturen entstehen. Partielles Tonen und Bleichen ergänzen den sehr aufwändigen Prozess. Jede Vergrößerung ist ein Unikat, und bei jeder Wiederholung entsteht ein anderes Bild. So führt das alchimistische Spiel in der Dunkelkammer oft zu Überraschungseffekten. Im Ergebnis entstehen oft unwirkliche Bilder, die mit der naturalistischen Aufnahme, die auf dem Negativ noch sichtbar ist, kaum etwas gemein haben. Der Eindruck wird verstärkt durch die grafisch wirkende Körnigkeit und die Farbverwischungen in getöntem Blau oder Braun. Die fotografierten Schönheiten stehen nun im Dialog zur Grafik und assoziieren Visionen einer erotischen Bilderwelt. Aber das ist wie immer eine persönliche Angelegenheit.

PHOTOGRAPHIE 9/96 / bs / Verlag Fotomedia AG, Schaffhausen


Blue Fantasy

Born in Holland, photographer Jacques Schumacher studied graphic design at the Bielefeld Arts and Crafts Academy before moving to Paris in 1963. After several years there, he left for Hamburg, where he began his successful career as a creative and versatile photographer.
His range includes fashion and cosmetics, editorial assignments for magazines as well as advertising photography, his mainstay. He is perhaps best known for a series of calendars he created for Stern Magazine in the late 1970s. The blue fantasy images in our portfolio are excerpted from a recent monograph of his work, Photoedition 6 (Verlag Photographie, Schaffhausen Switzerland).

The project began in 1976, when the German edition of Playboy asked him to do test shots of women for their magazine. Numerous women applied, and Jacques took advantage of this unique opportunity and created photographs of his own design after making the tests for the magazine. To distinguish these photographs, he made black and white prints that he then hand-tinted using blue toners. The idea for this treatment came to him when he recalled that in America, erotic films were often called “blue movies.”
“I strove to give my pictures an erotic quality that would be open to a multitude of interpretations. Above all, these pictures are intended to inspire and provoke the imaginations of the spectators. In other words, I like to start a chain reaction of associations in the minds of the beholders. Here, the combination of the human form with the feel of the random decorations (sets that were built for other advertising clients) and props created strange and rather wonderful compositions. I am continually surprised at the number of people who respond strongly to them. Especially women.”

One reason for the peculiar attraction is that photographer Schumacher never totally surrenders the women in his photographs to the eyes of the viewer. As he puts it, “Never more than the girls want to abandon themselves. The blue tint naturally evokes a certain distance anyway. The primary impact on the viewer ist therefore more opticalerotic than outright sexual.”
He elaborates: “For my blue fantasy images, I was not on the lookout for fashionable pictures. I didn’t use any professional models whose expressions would have been geared to today’s taste. Instead, I was seeking models with a special kind of physical attractiveness, defined by my own tastes, of course. They were surprisingly easy to find. Every person invariably possesses certain aspects that are interesting and intriguing to photograph. Every woman is beautiful in her own way, yet this tends to be less obvious while she is dressed. A corpulant woman can emanate the beauty of a ripe fruit while a slender woman, undressed, can recall the ethereal beauty of a Giacometti sculpture. In my opinion, women tend to become more beautiful when they shed their clothes.”

Schumacher is known for his eclectic, graphic fashion of posing models. “The pose is what is important in terms of the model’s use of Space. To observe how a pose can assume a life of its own never ceases to fascinate me. Some women naturally assume certain positions that they have seen previously in erotic photography. By doing this, their natural body language is transformed into a foreign language.” Body language clearly plays a large part in the construction of Schumacher’s images.
According to Schumacher, the photographs in the blue fantasy work were not preconceived. They were spontaneous, and dictated by the “sets” that were constructed in his studio for non crelated advertising assignments. Between advertising shootings, before the sets were torn down, he would pose the Playboy hopefuls in whatever seemed to come forth naturally for both he and the model. “I have been very concerned with graphics for years. Most of my photographs are conceived around the graphics used to fill the frame. I have stored, in my head, an abundance of pictorial ideas and themes. They are released almost automatically during the photographic session. This is the reason why these photographs may look like painstakingly conceived compositions. It is imprtant to note that nude photography, for me, doesn’t lend itself to an overly formal approach. Models often find it uncomfortable to hold their positions for extended periods. They can easily become restless and bored. With this thought in mind, it is interesting to note that all of the images in this series required less than 15 minutes’ preparation”.

Many photographers find their inspirations in the models themselves: “Frequently, for me, the models carry their own inspiration. This, invariably, was the case with the models in the series. Most of the models hadn’t required any direction on my part in order to take their poses, instead choosing to conform to the conseiptions they maintained of themselves. All I needed to do, then, was to click the shutter. In fact, even vague suggestions can turn out to be very inspiring for the model. Occasional misunderstandings can lead to entirely new approaches. One girl, for instance, was told to “pose like a snail” and she assumed a position that would never have come to mind otherwise”.
In addition to his busy shooting schedule, Schumacher has taught photography over the years. To serious amateurs and young professionals, Schumacher offers: “Naturally, as a photographer, one automatically possesses pictorial ideas. If I didn’t, I wouldn’t have chosen this profession. They are indispensable. In the absence of a preconceived idea for a photograph, one approach is to talk your ideas over with the model, and let the idea assume a life of its own. If you don’t feel like talking about your ideas, the best approach may be simply to go ahead and start shooting. There is always a period of trepidation before a shooting. It’s perfectly normal, and forms a part of the tension necessary to create. I repeatedly tell my students that one has to take risks, even at the danger of becoming ridiculed. Once one has dared, on is often surprised and rewarded to find that ideas seem to arrive on their own. Creativity is always closely linked with courage”.

Melrose Publications, Los Angeles, California / Collector’s Photography 4 / 1987



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